Phönix

Der Funke entzündet sich. Er beginnt, sich auszubreiten, läuft der Vene entlang in Richtung Herzen. Wo das Licht auf andere Venen trifft, verzweigt es sich. Die Feuerpfade werden weitläufiger, der Funke wird zur Glut und greift nun auch auf Adern über.

Wo die Flammen tanzen, wärmt sich die Haut. Erstarrtes beginnt zu leuchten, Gefrorenes zu singen und unter einer Schicht aus Verzweiflung beginnt ein Körper, sich zu regen.

Immer näher kommt das Lauffeuer dem Herzen, bahnt sich seine Wege durch Schichten aus Eis und Trauer, durchschlägt Schorf und Krusten.
Dann – in einer Welle aus Glut und Befreiung – Flammen lodern – eine Eruption aus Glas – Funken brennend im Nachthimmel – Eis und Splitter – Feuersbrunst – Herzexplosion.
Ein lodernder Vogel steigt in die Luft. Die Schwingen sind aus Licht, das Gefieder aus Feuer. Sein Umriss verschmilzt mit der Morgensonne.

<::< Metamorphose

Metamorphose

Ist es ein Glühwurm, der da so leuchtet? Dafür ist der Schein eigentlich zu rötlich und auch zu hell. Aber etwas ist da doch! Es glimmt. Tief unter Schichten aus Schatten, Staub und Finsternis schimmert Leben.

Ein Lufthauch und der Nebel verfliegt. Ein ovales Gebilde wird sichtbar, gespannt aus Schwärze und Todesweben. Es schwebt in der Luft, erhärtet und erstarrt.

Ein Windstoß und der glimmende Schein flackert auf. Ein Funken springt in die Finsternis, stürzt durch getrocknetes Wasser und Leere. Ewig scheint er zu fallen, doch kurz vor dem Erlöschen landet er auf einer erfrorenen Vene.

<::< Die schwarze See                                                 >::> Phönix