Die schwarze See

Der Junge steht am Ufer. Die schwarze Oberfläche kräuselt sich von Zeit zu Zeit, offenbart Einblicke in Tiefen, die Zentimeter um Zentimeter ins Nichts kriechen.

Die See schläft nicht.

Der Junge hadert. Dunkler Nebel kriecht heran, umspielt seine brennend nackten Knöchel, streichelt die See, vereinigt beide in seinem Dunst.

Die See sträubt sich.
Sie zieht sich zusammen, lauert. Die Oberfläche ist glatt. Mit einem Satz federt sie los, streckt sich. Durchfurcht das Land mit ihren Krallen.
Wie ein Hexenkessel schäumt die See, brodelt, schickt heiße Dämpfe und Gischt voraus. Sie will den Jungen, will ihn verschlingen, wild und blind. Sie zerrt an seiner Kleidung, an seiner Haut, den Knochen, reißt ihn, umschäumt, umschließt ihn in einem seidenen Kokon.
Die Finsternis ist absolut.

>::> Metamorphose

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On ne vole bien qu’avec le coeur