Manegenkönig

Ich spiele vor leeren Rängen Verdrängen
dreh Einräder-Runden auf runden Traumfängern
fahr Kreise, umkreise und wandel in Gängen
Ich schlage mich selbst immer wieder um Längen

Ich bewerf mich mit Messern und scharfen Gedanken
gedenk mir mit stumpfen Worten zu danken
Werd wanken und schwanken und bleib hinter Schranken
die sich wie ein Schlangenmensch um mich herum ranken

Ich stecke den Kopf zwischen Löwenzähne
Erwähne mit seinem Gebrüll neue Pläne
Ich zähme mich selber und säg mich in Späne
Zermalm meine Knochen, zerfalle und gähne

Ich bin der Manegenkönig und tanze für mich
im Scheinwerferschatten und ohne Gesicht

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Tiere und Sex

Ausbeutung verstorbener Dichter ist kein Kavalliersdelikt. Da kann ich von Glück reden, dass das hier kein Diebstahl ist, sondern eine Würdigung. Ich finde es immer inspirerend, wenn fähige Menschen sich auch für Bescheuertes nicht zu schade sind.

Robert Gernhardt
Animalerotica

Die Dächsin sprach zum Dachsen:
»Mann, bist du gut gewachsen!«
Der Dachs, der lächelte verhalten,
denn er hielt nichts von seiner Alten.

Der Förster, der grad Möhren dörrte
und dabei ein Röhren hörte,
sprach: »Wer den Hirsch beim Röhren stört,
der eben in den Föhren röhrt,
dem schlag’ ich meine Möhren
achtkantig um die Ohren.«

Der Bär schaut seinen Ziesemann
nie ohne stille Demut an.

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